P08 Das Demenzorchester

Wie kann man Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in die Gesellschaft integrieren und dadurch ihre Gesundheit und Lebensqualität verbessern?

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P08 Das Demenzorchester

Thema: Demenz
Fragestellung: Wie kann man Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in die Gesellschaft integrieren und dadurch ihre Gesundheit und Lebensqualität verbessern?
Zeitraum: September 2018 bis April 2019
Projektträger (angefragt): FH für Gesundheitsberufe, Regionalforum Steyr-Kirchdorf, Volkshilfe OÖ, Stadt Steyr
Hauptmoderation: Viktoria Templ
Region(en): Leader Region Traunviertler-Alpenvorland und Nationalpark Kalkalpen, Steyr
Beteiligte: 35 Personen
Veranstaltungen: 6

Kurzzusammenfassung

Existierenden Angebote wurden weiterentwickelt und sollen nun nutzerfreundlicher gestaltet werden. Versorgungslücken sollen durch die Entwicklung neuer Angebote geschlossen werden.

  • Prototypen: Events mit Demenz, Label: Demenzfreundliche Gemeinde, Young Meets Old, Freiraum Demenz, Kompetenzpool, Ausstellungen und Vermittlungsformate für Menschen mit Demenz, Pimp my Life Bus
  • Forschungs- und Entwicklungsprojekt der FH Gesundheitsberufe „Demenzorchester Steyr-Kirchdorf“

 

Projektbeschreibung

Aktuell leben ca. 130.000 Menschen mit Demenz in Österreich. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Anzahl verdoppeln. Der Großteil dieser Menschen wird zu Hause von Angehörigen mit Unterstützung von mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten versorgt oder hat in Alten- und Pflegeheimen ein neues zu Hause gefunden.
Der Mensch ist in der Regel ein Herdentier und nicht dafür geschaffen, allein durch die Welt zu gehen. Eine gesellschaftliche Teilhabe trägt maßgeblich zur Gesundheit und Lebensqualität jedes Einzelnen bei.
Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen kommt aufgrund der Krankheit und der damit verbundenen Aufwendungen und Abhängigkeiten oftmals viel zu kurz oder geht sogar verloren. Das bedeutet einen massiven Einschnitt in die Gesundheit und Lebensqualität dieser Menschen.
Die Herausforderung und zugleich das primäre Ziel des Projekts „Das Demenzorchester” besteht darin, Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen die Gesellschaft zugänglich zu machen. Wichtig dabei ist die NutzerInnenperspektive zu berücksichtigen, die oftmals bei der Erstellung von Demenzversorgungsangeboten zu wenig miteinbezogen wird. Grund dafür ist die fälschliche Annahme, dass (alle) Menschen mit Demenz nicht mehr rational zur Selbstauskunft fähig sind, ihre Bedürfnisse nicht mehr äußern können und man generell den Belastungen der Angehörigen zu wenig Aufmerksamkeit schenkt.

Das Projekt startete mit einer Auftaktveranstaltung am 28. September 2018 im Dominikanerhaus in Steyr. Etwa 60 Interessierte hörten den Impulsvortrag zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung für Menschen mit Demenz“ von Dipl.-Pflegewirtin (FH) Maria Magdalena Schreier. Zum anschließenden Podiumsgespräch konnten Michael Schodermayr (Arzt für Allgemeinmedizin, Präsident Volkshilfe Oberösterreich, Steyrer Stadtrat), Maria Ragl (Direktorin gespag Gesundheits- und Krankenpflegeschulen Steyr und Kirchdorf), Heide Maria Jackel (Studiengangsleitung Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege, FH Gesundheitsberufe Oberösterreich), Ursula Stastny (Pflegende Angehörige aus der Region) und Maria Magdalena Schreier (Universitätsassistentin, Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg) gewonnen werden.

Der 1. Workshop fand am 5. Oktober 2018 im Museum Arbeitswelt mit 16 TeilnehmerInnen des Innovationsteams statt. In der 1. Phase des Design Thinking Prozesses wurde versucht, die TeilnehmerInnen auf denselben Wissenstand zu bringen und ein gemeinsames Verständnis zur Problemstellung zu entwickeln. Der 2. Workshop fand am 9. November 2018 im Tageszentrum Lichtblick für Menschen mit Demenz der Volkshilfe OÖ statt. Sowohl der Veranstaltungsort als auch der Umstand, dass ein Demenzkranker und seine Ehefrau am Workshop teilgenommen haben, ermöglichte umfassende, empathische und emotionale Einblicke in das Thema.
Der 3. Workshop, am 28. November 2018 an der FH für Gesundheitsberufe, widmete sich der Ideengenerierung.
Am 11. Jänner 2019 fand der vierte und finale Workshop des Projekts im Dominikanerhaus Steyr statt.

Im Zuge des Prozesses war eine auffällig positive Dynamik hinsichtlich Motivation, Kooperation und Beteiligung unter den TeilnehmerInnen spürbar. Durchschnittlich nahmen 16 Personen an den Workshops teil, die Gruppenzusammenstellung war durch die Teilnahme von ExpertInnen, AkteurInnen und Betroffene sehr heterogen.

Die Projektabschlussfeier fand am 12. April 2019 im Dominikanerhaus statt. Bei dieser Veranstaltung wurden die entwickelten Prototypen präsentiert und es wurde über die nächsten Umsetzungsschritte informiert.

Parallel wurde das Thema Demenz in zwei Young Designer Kurse mit der LWBFS Kleinraming und der Gesundheits- und Krankenpflege Schule Steyr (https://www.nature-of-innovation.com/projekte/demenzorchester_yd/) bearbeitet.

Ergebnisse

Eine Vielzahl an Prototypen, Konzept- und Projektideen wurde entwickelt, final können sie alle mit dem Titel „Demenzfreundliche Region und Gemeinde“ zusammengefasst werden.

  • Zertifizierung demenzfreundlicher Gemeinden und Entwicklung eines Wegweisers für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen: Einrichtungen, die demenzfreundliche Kriterien erfüllen, werden mit einem Symbol/Logo gezeichnet und auf Wegweisern, die gleichzeitig als Orientierung dienen, ersichtlich gemacht.
  • Sensibilisierungswoche: Planung einer Schwerpunktwoche mit Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen (Kindergartenkinder, SchülerInnen, SeniorInnen, Demenzkranke, Angehörige, ExpertInnen, …). Die Kampagne soll das Positive der Demenz verdeutlichen und das Ziel einer demenzfreundlichen Stadt / Region bzw. eines demenzfreundlichen Dorfes verfolgen.
  • Kompetenzenpool in Persona: Eine primäre und kontinuierliche Ansprechperson für Angehörige von Menschen mit Demenz entwickelt maßgeschneiderte Versorgungspakete für die jeweiligen betroffenen Familien – individuell und professionell. Parallel im Digitalformat auch als Konfigurator verfügbar (vergleichbar mit einem Autokonfigurator für die individuelle Zusammenstellung des gewünschten Autos) und gekoppelt mit einer HelferInnenbörse.
  • Bildungskooperationen: Der Fokus wurde auf die Zielgruppe 10 – 14-Jähriger bzw. Lehrkräfte in NMS und Gymnasien gesetzt. Workshops mit ExpertInnen, Exkursionen in die Welt von Menschen mit Demenz, Fortbildungsangebote für Lehrkräfte (DemenzmentorInnen), themenbezogene Projektwochen und vieles mehr.
  • Der Folder „Vergiss mein nicht – Demenz betrifft uns alle“ beinhaltet konkrete Angebote, die von Workshops mit ExpertInnen bis hin zu Exkursionen, Beratungsangeboten für Lehrkräfte, kostenlosen Fortbildungen, der regionalen Zusammenarbeit von Museen, Büchereien, Projektwochen, … reicht.

Anfang Februar 2019 fanden Gespräche mit den Projektpartnern (Volkshilfe OÖ – Dr. Michael Schodermayr, Präsident Volkshilfe OÖ; FH Gesundheitsberufe OÖ – Mag. Heide Maria Jackel, MBA, Studiengangsleitung Gesundheits- und Krankenpflege) statt. Allgemeine Meinung ist, dass die Prototypen exakt die Kernherausforderungen in der Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen wiederspiegeln:

  • Es gibt ein breites Interesse am Thema und sehr innovative Ideen für mögliche weitere Leistungsangebote. Die Umsetzung bedarf eines professionellen Rahmens.
  • Zudem gibt es aktuell auch schon sehr viele Leistungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in der Region. ABER: die aktuell existierenden Angebote werden oftmals nicht genutzt bzw. erzielen nicht den gewünschten Effekt, weil sie zu wenig nutzerInnenorientiert sind.

Als ein nächster konkreter nächster Schritt wird ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt der FH Gesundheitsberufe OÖ vorgeschlagen, welches zum Ziel hat, mögliche Barrieren im Zugang und bei der Nutzung von regionsspezifischen Angeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu identifizieren, um in weiterer Folge die aktuell existierenden Angebote weiterzuentwickeln und nutzerfreundlicher/nutzertaugliche zu machen und um mögliche Versorgungslücken durch die Entwicklung neuer Angebote zu schließen. So könnte man eine gesamte Pilotregion demenzfreundlicher machen und die familien- und gemeindenahe Versorgung verbessern. Das Interesse an der Durchführung dieses Projektes ist bei der Volkshilfe OÖ und bei der FH Gesundheitsberufe OÖ sehr hoch, eine Finanzierung aus Forschungsmittel und Mittel aus der Region (LEADER, Regionalmanagement, Kommunen, …) soll nun geprüft werden. Zusätzlich könnte die Projektidee auch in Form einer Dissertation unterstützt werden.

Weiters ist das Museum Arbeitswelt sehr interessiert an Ausstellungen und Vermittlungsformaten für Menschen mit Demenz, erste Gespräche für die Umsetzung laufen bereits. Außerdem ist beabsichtigt das die FH Gesundheitsberufe in Zusammenarbeit mit den Studierenden erste Prototypen umsetzen:

  • Events mit Demenz – Von Studierenden für Menschen mit Demenz
  • Demenzimagekampagne im Wochenformat
  • Young Meets Old oder das verrückte Krokodil
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Projektstart
September 2018
Kontakt
Das Projektteam ist bereits vollzählig!

Vielen Dank für die zahlreiche Anmeldungen.
Die Teilnehmer wurden rechtzeitig vor dem Projektstart verständigt.







dokumente zum event

11.15.2019

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