P10 Heimatkunde.update

Wie kann man Kinder bei der Entwicklung zu „Heimatkunde-ForscherInnen“ unterstützen?

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P10 Heimatkunde.update

Thema: Heimatkundevermittlung
Fragestellung: Wie können Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zur regionalen HeimatforscherInnen unterstützt werden?
Zeitraum: Februar 2019 bis März 2019
Projektträger: LEADER-Regionen
Hauptmoderation: Viktoria Templ
Region(en): Leader Region Linz-Land, Traunviertler-Alpenvorland und Nationalpark Kalkalpen, Steyr
Beteiligte: 23 Personen
Veranstaltungen: 3

Kurzzusammenfassung

Bildungsprojekt zur Vermittlung regionaler Geschichte. In den Workshops entstanden Modelle, wie jeder Ort für sich selbst, gemäß seinen kulturellen Ressourcen, ein spielerisches Heimatkunde-Vermittlungskonzept realisieren könnte. In einer nächsten Stufe sollten in ausgewählten Gemeinden die praktische Testung bzw. Umsetzung erfolgen.

  • Moaster of Hoamat: Heimat-Diplom für Kinder, Jugendliche
  • Museumsmobil: mobiles Vermittlungsprojekt
  • Erste Umsetzungen im Rahmen eines LEADER-Projekts
  • Überlegungen für ein Trans-Nationales LEADER-Projekt

 

Projektbeschreibung

Ursprünglicher Ausgangspunkt des Projekts war die Fragestellung, wie Volksschulen bei der Vermittlung von regionalem/kommunalem Wissen unterstützt werden können.
Um einen Einblick in das Feld zu bekommen und das tatsächliche Problem zu „identifizieren“, wurden vorab Gespräche mit LehrerInnen aus der Region geführt.
Ergebnis ist, dass der Bedarf an Unterstützung sehr stark von den jeweiligen Gemeinden und Schulen abhängt. Es gibt Schulen (wie in Steyr oder Ternberg), die auf sehr gutes Material und spannend aufbereitete Gegebenheiten zurückgreifen können, aber auch andere Orte (wie Aschach an der Steyr, St. Ulrich, …), bei denen wenig Material vorliegt und bei denen oft noch die Herausforderung gegeben ist, dass viele LehrerInnen nicht aus dem jeweiligen Ort stammen [„Bedeutung emotionaler Gebundenheit“].
Gemeinsamer Tenor der LehrerInnen ist jedoch, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema sehr wichtig ist und geschätzt werden würde.

Bei dem Gespräch mit LehrerInnen wurden bereits erste Ideen/Wünsche formuliert:

  • Ein Konzept (ein roter Faden), wie Kinder ihre Heimat beforschen können – d.h. ein Heimatkunde-Vermittlungskonzept
  • Ein Pool an „ExpertInnen“/“GeschichtenerzählerInnen“ aus den Gemeinden
  • Eine Digitale Lehrerplattform – Austausch von Material

Aufbauend auf diesen Gesprächen ist die Idee entstanden, das Thema noch allgemeiner zu halten und sich nicht im Vorhinein auf die Institution Schule zu fokussieren. Im Zentrum unseres Interesses standen vielmehr die Kinder selbst und inwiefern man sie in ihrer Entwicklung zu HeimatforscherInnen unterstützen kann. Ziel des Projekts war es, ein gemeinsames, übergeordnetes Schema (eine Logik) zu entwickeln, wie jeder Ort für sich selbst, ein Heimatkunde-Vermittlungskonzept realisieren kann [ein kommunales Heimatkunde-Vermittlungskonzept].

Das Projekt Heimatkunde.update startete im Februar in der Steyrdorfschule mit der Ausgangsfrage, wie wir Kinder in ihrer Entwicklung zu regionalen HeimatforscherInnen unterstützen können.

Im ersten Workshop wurden die Rahmenbedingungen des kommunalen Vermittlungs- und Aneignungskonzepts erarbeitet und die Zielgruppe auf Kindergartenkinder bis Jugendliche erweitert. Beim zweiten Workshop im Theaterhaus am Tötenhengst im Kremsmünster wurden die besonderen Charakteristika und Bedürfnisse der Zielgruppen analysiert. Der dritte Workshop fand am 22. März im Stift St. Florian statt und es wurden in Kleingruppen an zwei Prototypen gearbeitet (siehe Ergebnisse).

Das Projekt wurde am 6. April, am Tag der OÖ Regional- und Heimatforschung am Forstlichen Bildungszentrum Traunkirchen vorgestellt. Organisiert wird diese jährlich stattfindende Veranstaltung von Dr. Klaus Landa im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Regional- und Heimatforschung Oberösterreich.

Nach dem erfolgreichen Prozess sollen in allen drei LEADER-Regionen die Modelle im kommenden Schuljahr auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Dafür einigte man sich auf eine Fortsetzung der Kooperation und erarbeitete einen präzisen Projektantrag, der auch bereits in Gremien offiziell präsentiert wurde. Nach einer Präsentation auf einer landesweiten Fachtagung für Regional- und Heimatforschung nahm auch der Landeskulturbeirat die Idee als zukunftsfähig auf und beschloss einen Antrag für eine künftige Unterstützung. Dafür wurden vor allem die zeitgemäße Anpassung der Thematik und die Verjüngung der Forschungslandschaft betont. Die Gemeinden wiederum erkennen den Wert der Beschäftigung für die Stärkung der regionalen Identität. Die Schulen erwarten ein Angebot, dass inhaltlich die kulturellen Besonderheiten der Region deutlich macht und formal in den Ablauf eines Unterrichtsplans passt. Welche Anpassungen die Prototypen erfahren werden, um all diese Ansprüche erfüllen zu können, wird man in einem Jahr wissen.

Ergebnisse

Prototyp 1: „Moaster of Hoamat”-Diplom

Die Kinder und Jugendliche durchlaufen 4 Stationen/Workshops, wobei die Reihenfolge der Stationen variieren kann und die Stationen voneinander unabhängig sind.

Granny talk – Zuhören & Reflektieren // Interviews, Zeitzeugengespräche, Generationencafé // ExpertInnen: ortsansässige HistorikerInnen, JournalistInnen,
Operation Nachteule – eine Nacht im Museum // ExpertInnen: Obmänner, -frauen, KulturvermittlerInnen
Expo 1940 / Expo 2000 / Expo xxxx – Präsentation und Dokumentation // Kinder zeigen in einer Vitrine, was sie erforscht haben // ExpertInnen: LehrerInnen in Kooperation mit Gemeinden, die Räume zur Verfügung stellen
Blogger Award – Darstellen // Rollenspiele, Theater // ExpertInnen: ortsansässige Theatergruppe

Nach Abschluss der 4 Stationen erhalten die Kinder ein Diplom, das vom Bürgermeister / von der Bürgermeisterin öffentlich überreicht wird.

Prototyp 2: CSI-Tafel & Museumsmobil

Bei diesem Prototyp handelt es sich um ein Konzept, bei dem Orte zu einem bestimmten Schwerpunktthema (in einer Woche, an bestimmten Tagen, …) bespielt werden.
Die Themen und Schwerpunkte werden dabei von den SchülerInnen selbstständig erarbeitet, wobei sie von (externen) ExpertInnen betreut und begleitet werden.

Schritt 1: Themenfindung mit Hilfe einer „CSI-Tafel“
Eigene Blickwinkel der Kinder auf die Heimat (Kombination aus vorgegebenen Aufgabestellungen + eigenen Interessen, die eingebracht werden)
Schritt 2: Museumsmobil wird anhand der Themen bestückt (Objekte, Tools [Kamera, Aufnahmegeräte, Fundstücke, …]; auch ExpertInnen werden eingeladen
Schritt 3: Aktionswoche, -tage = Museumsmobil kommt an einen Ort, in eine Schule
Schritt 4: Event, z.B. Ortsführung von den Kindern. Präsentationen.

Schritt 5: Die erforschten Ergebnisse werden aufbewahrt und weiter bearbeitet.

Das Museumsmobil wird vormittags von Schulklassen besucht, ist aber auch von anderen BesucherInnenn am Nachmittag nutzbar (z.B. Vereine, Familien, …).
Möglich wäre es, das Konzept auch außerhalb der Schulzeiten (während den Ferienwochen) anzubieten und mit Kinderbetreuung zu kombinieren.

Gemeinsam ist den entwickelten Lösungen, dass der Verbindung zwischen Gemeinde, BürgerInnen, Schulen, Institutionen, Vereinen ein großer Stellenwert zugeschrieben wird.
Einzelne Institutionen sollen nicht mehr für sich selbst kämpfen, sondern sich in einem gemeinsamen Projekt für die Schulen gegenseitig unterstützen.
Es wurden zwei Prototypen erstellt, die für jede Alters- und Zielgruppe angepasst und auf deren Charakteristika und Besonderheiten abgestimmt werden können.

Bei beiden werden die LehrerInnen von der Beschaffung des Materials und der inhaltlichen Aufbereitung der Themen befreit. Sie steuern in der Vorbereitung die Themenwahl und die Intensität und begleiten die Durchführung.
Beim Heimatforschen werden die Kinder/Jugendliche selbständig mit externen ExpertInnen tätig.
Die Prototypen decken alle Möglichkeiten einer intensiven Beschäftigung ab:
Das „Mobil“ kommt in einem geplanten Zeitraum zum Einsatz, ermöglicht eine kulturelle Belebung des gesamten Ortes, bringt Spannendes zur Schule und animiert zu Aktivitäten rund um die Schule.
Das „Diplom“ kann sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Dabei werden vor allem lokale Angebote eingesetzt und ‚heimische‘ ExpertInnen angesprochen.
Im Prinzip kommen beim „Museumsmobil“ die Werkzeuge, Hilfsmittel und ExpertInnen geballt (in einem Bus) zur Schule. Die Kinder werden für Streifzüge durch die Heimat abgeholt und zu ihren Forschungen motiviert.
Beim „Diplom“ hingegen sind die ExpertInnen auf verschiedenen Stationen eines Ortes verteilt. Sie geben ihr Wissen den Kindern weiter, bis diese ihren „Moaster“ geschafft haben.
Beidemale sollen die Ergebnisse der Arbeit publik gemacht und öffentlich anerkannt werden. Beim „Heimatforschen“ treten die SchülerInnen nach außen, beschäftigen sich mit ihrer Umgebung bzw. mit der Gemeinde, kommen in direkten Kontakt mit diversen Einrichtungen und Persönlichkeiten und arbeiten auch an der Präsentation der Forschung. Und diese Forschung verlangt nach öffentlicher Aufmerksamkeit und einem positiven Feedback.

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Projektstart
Februar 2019
Kontakt
Das Projektteam ist bereits vollzählig!

Vielen Dank für die zahlreiche Anmeldungen.
Die Teilnehmer wurden rechtzeitig vor dem Projektstart verständigt.